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23.02.2012-03:18 Uhr

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Ein modernes Urheberrecht wird gefordert

Megaupload wurde geschlossen, das Millionen schwere Vermögen der Betreiber beschlagnahmt und es drohen drastische Strafen. Die Justiz will Internetpiraten abschrecken und wie es scheint, mit Erfolg: Filehoster wie Filesonic, Uploaded.to, FileJungle oder UploadStation schalten ihre Tauschdienste freiwillig ab und dienen derzeit als reine Cloudspeicher für die eigenen Dateien ihrer User. In den USA oder der EU stehen Gesetzesentwürfe ( SOPA, ACTA) zur Debatte, die von vielen Kritikern als „Internetzensur“ gewertet und auf das schärfste verurteilt werden. Die Hackergruppierung Anonymous reagierte recht schnell und attackierte kurzerhand zahlreiche Webseiten: darunter die des F.B.I. sowie des polnischen Verteidigungsministeriums CERT. Ein Cyberkrieg ist im Gange und richtet sich gegen Regierungen sowie große Unternehmen der Film- und Musikbranche.

Es ist die Rede von Urheberrechtsverletzungen und illegalen Film- und Musikdownloads, von Abo-Fallen und Geldwäscherei. Während die Verurteilung der letzteren beiden Punkte von den meisten befürwortet wird, ist das Thema Urheberrechtsverletzung ein Stück weit komplizierter. Laut der Initiative Digitale Gesellschaft e.V. bestehe nämlich eine „Legitimationskrise des Urheberrechts, die sich vor allem aus dem wachsenden Widerspruch zwischen seinen auf das analoge Zeitalter gemünzten Detailregelungen und der Alltagswirklichkeit im digitalen Zeitalter ergibt.“ Die Forderung: die Modifizierung des Urheberrechts.

In einem Positionspapier vom November 2011, das von der Digitalen Gesellschaft e.V., Wikimedia Deutschland e.V. sowie der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. unterzeichnet wurde, wird auf zahlreiche Probleme des bestehenden Rechts hingewiesen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse erhält das Schreiben erneut Aktualität. Hier einige Beispiele:

„Komponistinnen fragen sich, warum sie schon bei einer einfachsten Tonfolge Gefahr laufen können, die Rechte anderer zu verletzen“

„Verbraucher fragen sich, warum sie teuer bezahlte digitale Werke nicht wieder genauso wie gebrauchte Bücher auf dem Flohmarkt verkaufen dürfen.“

„Jugendliche, die sich an Medienkonsum vor dem Internet nicht erinnern können, müssen damit leben, dass sie schon deshalb als ‚Raubkopierer’ gelten, weil sie die Grundstruktur des Netzes befolgen: nämlich das Teilen von Informationen und Kopieren von Daten.“

Das vollständige Positionspapier finden Sie hier.

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24.01.2012 / AJ

 
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